Peppol basiert auf dem sogenannten 4-Corner-Modell. Es funktioniert ähnlich wie das E-Mail-System: Sender und Empfänger kommunizieren nicht direkt miteinander, sondern über zertifizierte Zugangspunkte (Access Points).
Corner 1: Sender
Das Unternehmen, das eine E-Rechnung versenden möchte. Der Sender erstellt die Rechnung in einem Peppol-konformen Format (Peppol BIS Billing 3.0) und übergibt sie an seinen Access Point.
Corner 2: Access Point des Senders
Der zertifizierte Access Point des Senders validiert die Rechnung, verschlüsselt sie und leitet sie über das Peppol-Netzwerk an den Access Point des Empfängers weiter. Access Points werden von Drittanbietern betrieben, die von OpenPeppol zertifiziert sind.
Corner 3: Access Point des Empfängers
Der Access Point des Empfängers nimmt die Rechnung entgegen, entschlüsselt sie und stellt sie dem Empfänger zu — beispielsweise per E-Mail, über ein Portal oder direkt in die Buchhaltungssoftware.
Corner 4: Empfänger
Das Empfänger-Unternehmen erhält die E-Rechnung über seinen Access Point und verarbeitet sie in seinem ERP- oder Buchhaltungssystem.
Analogie: Peppol funktioniert wie E-Mail: Sie brauchen keinen gemeinsamen Anbieter, sondern nur jeweils einen Zugang zum Netzwerk. Ob der Sender Gmail nutzt und der Empfänger Outlook — die Nachricht kommt an. Genauso bei Peppol: Sender und Empfänger können unterschiedliche Access Points nutzen.