Technologie

Kartenleser am MFP

NFC, RFID, Mifare — der komplette Guide zu Technologien, Sicherheit und Kompatibilität

Wer Badge-Authentifizierung am Multifunktionsgerät einführen möchte, steht schnell vor einer Fülle von Abkürzungen: NFC, RFID, Mifare Classic, DESFire, HID iClass, Legic, EM4200, HITAG, 125 kHz, 13,56 MHz. Was bedeuten diese Begriffe, welche Technologien sind sicher, und wie finden Sie den richtigen Kartenleser für Ihre bestehenden Zutrittskarten?

Dieser Guide erklärt alle relevanten Kartentypen und Frequenzen, bewertet ihre Sicherheit und zeigt, wie Sie mit einem Dual-Frequency-Reader maximale Kompatibilität erreichen.

Frequenzen: 125 kHz vs. 13,56 MHz

Die Grundlage aller kontaktlosen Kartentechnologien

Kontaktlose Karten kommunizieren über Funkfrequenzen mit dem Kartenleser. Es gibt zwei relevante Frequenzbereiche:

125 kHz (Low Frequency)

Die ältere Technologie, verbreitet in Zutrittssystemen der 1990er- und 2000er-Jahre. Karten wie EM4200 und HITAG arbeiten auf dieser Frequenz. Vorteil: robust und günstig. Nachteil: geringe Datenmenge, keine oder schwache Verschlüsselung, leicht zu klonen.

13,56 MHz (High Frequency / NFC)

Der moderne Standard, auf dem NFC basiert. Mifare, HID iClass SE und Legic Advant arbeiten auf dieser Frequenz. Vorteile: höhere Datenrate, starke Verschlüsselung (AES-128), größerer Speicher, internationale Standardisierung (ISO 14443, ISO 15693).

Empfehlung: Wenn Sie ein neues System aufbauen, setzen Sie ausschließlich auf 13,56-MHz-Technologie. Wenn bereits 125-kHz-Karten im Einsatz sind, ermöglicht ein Dual-Frequency-Reader die parallele Nutzung beider Frequenzen — ideal für die schrittweise Migration.

Kartentypen im Vergleich

Sicherheit, Verbreitung und Einsatzgebiete

KartentypFrequenzVerschlüsselungSicherheitVerbreitung
Mifare Classic 1K/4K13,56 MHzCrypto-1 (geknackt)NiedrigSehr hoch
Mifare DESFire EV113,56 MHz3DES, AES-128HochHoch
Mifare DESFire EV2/EV313,56 MHzAES-128Sehr hochWachsend
HID iClass SE13,56 MHzAES-128, SIOSehr hochHoch (USA/Int.)
Legic Prime13,56 MHzProprietärMittelMittel (DACH)
Legic Advant13,56 MHzAES-128HochMittel (DACH)
EM4200125 kHzKeineSehr niedrigHoch (Legacy)
HITAG125 kHzProprietär (schwach)NiedrigMittel (Legacy)

Sicherheitswarnung: Mifare Classic

Die Verschlüsselung von Mifare Classic (Crypto-1) wurde bereits 2008 vollständig geknackt. Mit frei verfügbarer Software und einem Leser für unter 50 Euro können Karten in wenigen Minuten geklont werden. Für reine MFP-Authentifizierung ohne Hochsicherheitsanforderung ist das vertretbar — für Zutrittssysteme zu sensiblen Bereichen jedoch nicht.

Empfehlung: Mifare DESFire EV2/EV3

Mifare DESFire EV2 und EV3 bieten AES-128-Verschlüsselung, die nach aktuellem Stand nicht geknackt werden kann. Die Karten unterstützen mehrere unabhängige Anwendungen (z. B. Zutritt + MFP + Kantine auf einer Karte) und sind abwärtskompatibel zu DESFire EV1.

Eine Karte für alles: Kompatibilität mit Zutrittssystemen

Tür, MFP und Kantine mit derselben Karte

Der größte Vorteil moderner Kartensysteme: Dieselbe Karte kann für verschiedene Anwendungen genutzt werden. Die meisten Unternehmen haben bereits Zutrittskarten für die Gebäudesicherung. Diese Karten können in der Regel auch am MFP eingesetzt werden — ohne Kartentausch.

  • Gebäudezugang: Türöffnung per Karte (bestehende Infrastruktur)
  • MFP-Authentifizierung: Drucken, Scannen, Kopieren nach Badge-Tap
  • Zeiterfassung: Arbeitszeitbuchung beim Betreten des Gebäudes
  • Kantine: Bargeldloses Bezahlen
  • Parkhaus: Schrankenöffnung mit Mitarbeiterkarte

Dual-Frequency-Reader

Wenn in Ihrem Unternehmen verschiedene Kartentypen im Einsatz sind — etwa EM4200 (125 kHz) für das Zutrittssystem und Mifare (13,56 MHz) für neuere Anwendungen — löst ein Dual-Frequency-Reader das Kompatibilitätsproblem. Er liest beide Frequenzen und ermöglicht eine schrittweise Migration auf die neuere Technologie.

USB-Kartenleser vs. eingebauter Reader

Flexibilität vs. Integration — die richtige Wahl für Ihre MFPs

KriteriumUSB-KartenleserEingebauter Reader
Kosten50–150 EUR200–400 EUR (herstellerspezifisch)
KompatibilitätHerstellerunabhängigNur bestimmte MFP-Modelle
InstallationEinfach (USB anschließen)Fachinstallation nötig
OptikExternes Gerät sichtbarNahtlos integriert
AustauschEinfach austauschbarAufwändiger
ManipulationsschutzMittelHoch

Für eine Übersicht aller kompatiblen MFP-Modelle und Kartenleser besuchen Sie unsere Seite Kompatible Geräte. Weitere Informationen zu Kartentechnologien finden Sie im Glossar Authentifizierung & Kartenleser.

Den richtigen Kartenleser finden

Docuflair Access Control unterstützt alle gängigen Kartenformate und Frequenzen. In einer kostenlosen Demo klären wir, welcher Kartenleser zu Ihren bestehenden Zutrittskarten passt.

Häufig gestellte Fragen

Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Kartenlesern am MFP

Was ist der Unterschied zwischen NFC und RFID?

RFID ist der Oberbegriff für kontaktlose Identifikationstechnologien. NFC ist eine spezielle RFID-Technologie, die auf 13,56 MHz arbeitet und eine Reichweite von wenigen Zentimetern hat. Am MFP werden beide Begriffe oft synonym verwendet, da die meisten Kartenleser NFC-basiert arbeiten.

Ist Mifare Classic noch sicher?

Nein, die Verschlüsselung von Mifare Classic (Crypto-1) wurde bereits 2008 geknackt. Für sicherheitskritische Anwendungen sollten Sie auf Mifare DESFire EV2/EV3 mit AES-128-Verschlüsselung umsteigen. Für reine MFP-Authentifizierung ohne Hochsicherheitsanforderung ist Mifare Classic jedoch weiterhin ausreichend.

Können bestehende Zutrittskarten am MFP wiederverwendet werden?

Ja, in den meisten Fällen. Docuflair unterstützt alle gängigen Kartenformate. Ein Dual-Frequency-Reader kann sogar Karten mit unterschiedlichen Frequenzen (125 kHz und 13,56 MHz) lesen.

USB-Kartenleser oder eingebauter Reader — was ist besser?

Beide haben Vorteile. Eingebaute Reader sind optisch unauffällig und manipulationssicher. USB-Kartenleser sind herstellerunabhängig, günstiger (50–150 EUR) und einfacher auszutauschen. Für die meisten Unternehmen ist der USB-Kartenleser die pragmatischere Wahl.

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