Steuerberater

E-Rechnung und DATEV

So gelingt die nahtlose Integration für Steuerberater und Mandanten

Für Steuerberater und Steuerkanzleien ist die E-Rechnungspflicht eine doppelte Herausforderung: Sie müssen nicht nur ihre eigenen Prozesse umstellen, sondern auch ihre Mandanten bei der Einführung unterstützen. Der Schlüssel liegt in der nahtlosen Integration zwischen E-Rechnungs-Software und DATEV.

Dieser Artikel zeigt, wie E-Rechnungen im ZUGFeRD- und XRechnung-Format automatisch verarbeitet und an DATEV Unternehmen Online übergeben werden können — mit minimalem manuellem Aufwand für Kanzlei und Mandant.

Das Problem: Manuelle Belegerfassung

Warum der Status quo nicht zukunftsfähig ist

In vielen Steuerkanzleien sieht der Alltag noch so aus: Mandanten sammeln ihre Belege — Papierrechnungen, PDF-Rechnungen per E-Mail, Kassenzettel — und übergeben sie monatlich an die Kanzlei. Dort werden die Belege manuell in DATEV erfasst: Belegbild zuordnen, Rechnungsdaten abtippen, Konten zuweisen, Buchungssatz erstellen.

Dieser Prozess ist zeitintensiv, fehleranfällig und skaliert nicht. Bei einer durchschnittlichen Kanzlei mit 200 Mandanten und je 50 Belegen pro Monat bedeutet das 10.000 manuelle Erfassungsvorgänge — jeden Monat. Mit der E-Rechnungspflicht ändert sich die Ausgangslage grundlegend: E-Rechnungen enthalten bereits alle Daten in maschinenlesbarer Form. Die manuelle Erfassung wird überflüssig.

Die Chance: E-Rechnungen machen den Belegbilderservice effizienter als je zuvor. Statt Daten abzutippen, prüft der Steuerberater nur noch die automatisch generierten Buchungsvorschläge. Das spart Zeit und reduziert Fehler.

Die Lösung: Automatische DATEV-Übergabe

Von der E-Rechnung zum Buchungsvorschlag in Sekunden

Der Workflow einer automatisierten E-Rechnungsverarbeitung mit DATEV-Integration sieht folgendermaßen aus:

1. Belegeingang

Mandanten reichen ihre Belege digital ein: per E-Mail, über ein Web-Portal oder direkt über DATEV Unternehmen Online. E-Rechnungen im ZUGFeRD- oder XRechnung-Format werden automatisch erkannt und gesondert verarbeitet. Herkömmliche PDF-Rechnungen werden weiterhin per OCR erfasst.

2. Datenextraktion aus XML

Die Software extrahiert die strukturierten Daten direkt aus dem XML der E-Rechnung: Lieferant, Rechnungsnummer, Datum, Netto-/Bruttobetrag, Umsatzsteuer, USt-IdNr., IBAN und Positionsdetails. Bei ZUGFeRD werden die eingebetteten XML-Daten extrahiert, bei XRechnung wird die XML-Datei direkt verarbeitet.

3. Automatischer Buchungsvorschlag

Aus den extrahierten Daten generiert die Software einen Buchungsvorschlag im DATEV-Format: Sachkonto, Gegenkonto, Betrag, Steuerschlüssel, Belegtext. Durch maschinelles Lernen verbessert sich die Kontozuordnung mit jeder verarbeiteten Rechnung — bekannte Lieferanten werden automatisch dem richtigen Konto zugewiesen.

4. DATEV-Übergabe

Die Buchungsvorschläge werden zusammen mit den Belegbildern an DATEV Unternehmen Online oder DATEV Kanzlei-Rechnungswesen übergeben. Der Steuerberater sieht die Vorschläge in seiner gewohnten DATEV-Umgebung und muss sie nur noch prüfen und bestätigen — nicht mehr manuell erfassen.

5. Prüfung und Freigabe

Der Steuerberater prüft die Buchungsvorschläge in DATEV: Stimmt die Kontozuordnung? Ist der Steuerschlüssel korrekt? Bei Abweichungen passt er den Vorschlag an — die Korrektur fließt in die Lernhistorie ein und verbessert künftige Zuordnungen.

Mandanten-Self-Service

Wie Mandanten Belege einfach und digital einreichen

Die größte Herausforderung bei der Digitalisierung der Belegverarbeitung ist oft nicht die Technologie, sondern die Akzeptanz beim Mandanten. Ein einfacher Self-Service-Zugang senkt die Hemmschwelle erheblich:

E-Mail-Einreichung

Mandanten leiten eingehende E-Rechnungen einfach an eine dedizierte E-Mail-Adresse weiter (z. B. belege-mandant123@kanzlei.de). Die Rechnungen werden automatisch dem Mandanten zugeordnet und verarbeitet. Für viele Mandanten ist das der einfachste Einstieg, weil kein zusätzliches Tool benötigt wird.

Web-Upload-Portal

Ein webbasiertes Portal ermöglicht es Mandanten, Belege direkt hochzuladen — inklusive Kategorisierung und Kommentarfunktion. Das ist besonders praktisch für Mandanten, die viele Belege auf einmal einreichen oder zusätzliche Informationen zur Rechnung hinterlegen möchten.

DATEV Unternehmen Online

Mandanten, die bereits DATEV Unternehmen Online nutzen, können Belege direkt in der gewohnten Oberfläche hochladen. Die Integration stellt sicher, dass E-Rechnungen automatisch erkannt und die XML-Daten für den Buchungsvorschlag extrahiert werden.

Praxistipp: Starten Sie mit der E-Mail-Einreichung — das hat die niedrigste Einstiegshürde. Mandanten, die mehr Komfort wünschen, können auf das Web-Portal oder DATEV Unternehmen Online umsteigen. So holen Sie alle Mandanten ab, unabhängig von deren technischem Niveau.

Vorteile für Kanzlei und Mandant

Warum sich die Integration für beide Seiten lohnt

Für die Steuerkanzlei

  • Zeitersparnis: Automatische Buchungsvorschläge statt manueller Erfassung — bis zu 80 % weniger Zeitaufwand pro Beleg
  • Weniger Fehler: Keine Tippfehler bei Beträgen, Kontonummern oder Steuerschlüsseln
  • Skalierbarkeit: Mehr Mandanten betreuen, ohne zusätzliches Personal einzustellen
  • Beratungsfokus: Statt Daten zu erfassen, können Steuerberater ihre Zeit für wertschöpfende Beratung nutzen
  • Mandantenbindung: Digitale Services steigern die Mandantenzufriedenheit und senken die Wechselbereitschaft

Für den Mandanten

  • Einfache Einreichung: Belege per E-Mail oder Upload — kein Pendelordner, keine Post
  • Schnellere Bearbeitung: Monatliche Auswertungen liegen schneller vor
  • Transparenz: Status der Belegverarbeitung jederzeit einsehbar
  • Compliance: E-Rechnungen werden automatisch GoBD-konform verarbeitet und archiviert

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Häufig gestellte Fragen

Antworten auf die wichtigsten Fragen zur DATEV-Integration

Können E-Rechnungen automatisch in DATEV verbucht werden?

Ja. Wenn eine E-Rechnung im ZUGFeRD- oder XRechnung-Format vorliegt, können die strukturierten XML-Daten automatisch als Buchungsvorschlag an DATEV übergeben werden. Der Steuerberater muss den Vorschlag nur noch prüfen und bestätigen.

Funktioniert die DATEV-Integration auch mit XRechnung?

Ja. Sowohl XRechnung als auch ZUGFeRD werden unterstützt. Bei XRechnung wird das XML direkt verarbeitet, bei ZUGFeRD werden die eingebetteten XML-Daten extrahiert. Beide Formate liefern die gleichen strukturierten Rechnungsdaten für den DATEV-Buchungsvorschlag.

Müssen Mandanten spezielle Software installieren?

Nein. Mandanten können Belege über einen webbasierten Upload, per E-Mail oder über DATEV Unternehmen Online einreichen. Die Verarbeitung und DATEV-Übergabe erfolgt serverseitig — ohne Softwareinstallation beim Mandanten.

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